Kompetent in EMV

Störaussendung allgemein

Zur Ermittlung der Störstrahlung eines Prüflings können wir folgende Prüfungen durchführen.

Basis für die Auswahl der Messverfahren, für die benötigten Tests und für die entsprechenden Grenzwerte, die vom Prüfling nicht überschritten werden dürfen, sind die Produktnormen. Die Produktnormen werden in der Richtlinie 2014/30/EU aufgeführt. Die Gültigkeit der Produktnormen muss entsprechend dieser Richtlinie ständig überprüft werden.
Existieren für das Gerät keine Produktnormen sind die Fachgrundnormen Störaussendung für Industriebereiche EN 61000-6-4 oder Störaussendung für Wohnbereich, Geschäfts- und Gewerbebereiche sowie Kleinbetriebe EN 61000-6-3 gültig.

EN 55016-2-1, Leitungsgeführte Störaussendung

Leitungsgebundene Störaussendung Messdiagramm der leitungsgeführten Sörstrahlung

Diese Prüfung dient dem Nachweis, dass die am Netzeingang des Prüflings auftretenden Störungen andere, an die gleiche Energieversorgung angeschlossene Geräte, nicht stören. Die Störung wird mit einem Quasi-Spitzenwertmessgerät nach CISPR 16-1 an einer Netznachbildung nach CISPR 16-2 gemessen.

Angaben zum Prüfablauf

  • Der Messaufbau erfolgt nach der Norm EN 55016-2-1.
  • Die Messung erfolgt in einem Frequenzbereich von 9kHz bis 150kHz und von 150kHz bis 30MHz mit verschiedenen Bandbreiten.
  • Gemessen wird in einer abgeschirmten Messkammer, um Einkopplungen von Funkwellen in das Kabel zwischen Netznachbildung und Gerät zu verhindern.
  • Es können über unsere Netznachbildung derzeit nur 1-phasig angeschlossene Prüflinge, mit einer maximalen Stromaufnahme von 10 Ampere getestet werden.

Erfahrungen

Die Messergebnisse sind reproduzierbar und werden in einem Diagramm (siehe Bild rechts) dargestellt. Um die Messergebnisse nicht zu verfälschen wird das zu testende Gerät über Batterien oder andere störungsarme Stromversorgungen gespeist.

EN 55016-2-3, Gestrahlte Störaussendung

Gehäusestörstrahlung Messdiagramm der Gehäusestörstrahlung

Diese Prüfung dient dem Nachweis, dass die von einem getesteten Gerät ausgehende Störstrahlung, in einem von einer Produkt- oder Fachgrundnorm vorgegebenen Frequenzbereich, andere Geräte nicht beeinflusst. Gemessen wird mit einem Messempfänger ESPI von Rohde und Schwarz nach CISPR 16-1 mit einem Frequenzbereich von 9kHz-3GHz. Die Antenne ist eine Hybridantenne UPA6192 mit der Charakteristik eines Breitbanddipols von 30-200MHz und mit der Charakteristik einer logarithmischen periodischen Antenne mit einem Frequenzbereich von 200-2000MHz.
Die Messung erfolgt in unserer Vollabsorberkabine. Die Kabine hat die Abmessungen von LxBxH 4,80m x 3,20m x 2,50m und ist geeignet für die Messung der Störleistung eines Prüflings in 3m Abstand zur Antenne. Zur Verhinderung von Reflexionen, ist sie vollverkleidet mit Ferritplatten.

Angaben zum Prüfablauf:

  • Der Messaufbau erfolgt nach der Norm EN 55016-2-3.
  • Die Messung wird in einer speziell abgeschirmten, aber nicht zertifizierten, Messkabine durchgeführt.
  • Am Anfang der Messungen wird der Prüfling und die Antenne auf ein maximalen Störspektrum ausgerichtet.
  • Der Abstand von der Antenne zum Prüfling beträgt 3m.

Erfahrungen:

Durch unsere gut abgeschirmte EMV Kabine bekommen wir reproduzierbare Messergebnisse ohne Beeinflussung durch die uns umgebenden Funkwellen. Die von unserem EMV Messempfänger ESPI von Rohde und Schwarz gemessenen Werte werden in einem Diagramm zur weiteren Bearbeitung dargestellt. In diesem Diagramm sind die Grenzwert- und Messkurve dargestellt, so dass man Grenzwertverletzungen sofort erkennen kann.